Schulgarten

an der Schule: Grundschule Mollhagen

Wenn wir unsere Kinder zur Achtung und zum Schutz unserer natürlichen Umwelt erziehen wollen, müssen wir ihnen p o s i t i v e, emotionale Naturerlebnisse bieten. Wenn ich weiß, wie schön, wie „spannend“ und auch wie nützlich meine unmittelbare Umwelt ist, weiß ich auch, wofür ich verantwortlich bin, warum sie schützenwert ist. Umweltgerechtes Verhalten sollte aus einer inneren Haltung heraus entspringen und kann über einen emotionalen Zugang zur Natur angebahnt werden. Die Umwelt, für die sich die Kinder letztendlich einsetzen sollen, darf ihnen nicht nur verbal vermittelt werden, sondern muss unmittelbar zugänglich sein. „Handeln muss durch Handeln geübt werden.“ Im Schulgarten kann dies versucht werden.

Projektinfos

2011: Unser Schulgarten musste aus „bautechnischen Gründen“ häufiger den Standort wechseln und hat nach wie vor noch keinen endgültig festen Platz auf dem Gelände gefunden. Dadurch haben wir z.Z. keine „gewachsene“ Gartenanlage, sondern starten im Frühjahr mit einem großen, freien Beet, das für machbare Wünsche und Vorstellungen der Kinder offen ist. Eine AG, die in den Wintermonaten pausiert, betreut den Garten. Sowohl jahrgangsübergreifende als auch nach Jahrgängen geordnete Gruppen arbeiteten im Garten. Dabei war die Freude über das Wachsen einer Pflanze aus einem Samenkorn, die Ernte von selbst angebautem Gemüse – auch wenn es nicht das genormte Aussehen etwa einer „Supermarktmöhre“ hatte – in allen Gruppen gleich groß. Je nach Alter, Zusammensetzung und Motivation der Gruppe ergaben sich unterschiedlichste Schwerpunkte: - Nutzpflanzen und ihre Verarbeitung (Bei einem geernteten Kürbis von 36 kg oder der mageren Ausbeute von nur 20 Kartoffeln ist dies durchaus eine Herausforderung für alle Beteiligten.) - Tiere im und auf dem Boden (Auch dies ist nicht für alle Beteiligten immer von Anfang an ein Vergnügen.) - Blumen, Kräuter, Düfte (Immer ein Vergnügen, vor allem wenn das Saatgut aus dem Vorjahr selbst gesammelt wurde, für gute Zwecke Blumen und Blumensaat verschenkt werden konnten und ein Kontakt zu den Schulnachbarn aufgebaut werden konnte, der zum Austausch von Jung und Alt beitrug. - Getreideanbau (Vom Korn zum Brot vor der Schultür) - gestalterische Elemente wie Hügelbeete, Bau und Konstruktion von Rankhilfen (Mit dem Graben tiefer Löcher, dem Schieben schwerer Schubkarren oder dem Bau windfester Rankzelte werden Profilierungsprobleme manchmal von selbst gelöst.) Immer im Programm sind die Themen: - „Kreisläufe in der Natur“ („Die Natur kennt keinen Abfall“), - Aufbau eines intakten Ökosystems („Je vielfältiger, desto stabiler“) - Mischkultur (biologisches Gleichgewicht) - einfache Nahrungsketten - Artenkenntnis - mit Gartengeräten sachgerecht umgehen - Verantwortung übernehmen Die Arbeit im Schulgarten ist immer wieder eine neue Herausforderung und Erfahrung für Schüler, Schülerinnen und Lehrer und Lehrerinnen.

Themenkreise Ernährung , Gesundheit , Lebensräume gestalten , Mitbestimmen - Mitgestalten , Allgemein, übergreifend
Zielsetzung- Achtung und Schutz unserer Umwelt - Ausbau von Aufgaben und Projekten nach dem Wasserfallmodell - Vernetzung mit externen Partnern (Förster,...)
Finanzierung- Förderpatenschaft mit der Sparkassen-Stiftung Stormarn - Fördermittel durch Bildungscent.de
ErfolgeSO GING ES WEITER... Der Schulgarten im Jahreslauf In den Winterschlaf sind wir nicht gefallen, obwohl der lange Winter manche Aktivität um unser Schulgartenprojekt verzögerte. Die Vergrößerung der Gartenfläche im Herbst wird uns im Frühjahr hoffentlich genügend Platz für die von den Kindern gewünschten neuen „Themenbeete“ und „Nischen“ verschaffen. Diese neu zu planen Bereiche sind das Ergebnis von differenziert durchgeführten Beobachtungen und kleinen Forschungsarbeiten im laufenden Schuljahr, die immer wieder das Thema „Vernetzung“ beinhalteten. Neben Nahrungsbeziehungen im Garten, die in einer Pyramide veranschaulicht wurden, entdeckten die Kinder weitere Beziehungsgeflechte zum Wohnen, Überwintern, Spähen, Nisten und zur Aufzucht. Neben der Erkenntnis „Je vielfältiger, desto stabiler“, stand auch der Wert heimischer Pflanzen im Vordergrund. Regionales und saisonales Obst und Gemüse wurde auch ein Bestandteil unseres aid-Ernährungsführerscheins. Gemeinsame Einkäufe im örtlichen Supermarkt für das aid Kochprojekt lieferten Diskussionsgrundlagen für die Auswahl von Obst und Gemüse im Winter. Wie lang sind die Lieferwege? Kann ich auf unnötige Verpackung verzichten? Welche Essgewohnheiten habe ich? Welche Ansprüche stelle ich an mein Essen? Die Auseinandersetzung mit heimischen Obst- und Gemüsekalendern endete dann mit einer Auflistung, Zusammenstellung und Planung neuer Gemüsebeete, die uns in diesem Frühjahr – auch wenn wir ein 4. Schuljahr sind – vor echte gärtnerische Aufgaben stellen werden. Durch die Einbeziehung des Schulgartens in den laufenden Unterricht werden die Bedeutung und der Wert dieser Fläche immer präsenter und von den Kindern als „Aktionsraum“ gesehen, der über das eigentliche schulische Geschehen hinaus auch in den häuslichen Bereich übertragen werden kann. SO GING ES 2011/2012 WEITER… Zunächst endete unser Schulgartenjahr im Herbst des letzten Jahres mit der „Eroberung“ neuer Rasenflächen in unmittelbarer Nähe der alten Garten-nutzflächen. Hier pflanzten wir, in Absprache mit den Kindern, Beerensträu-cher, die wir von dem Geld unseres „Nachhaltigkeitspreises“ erstanden. Durch die Gestaltung dieses neuen Themenbereichs konnten wir die Vielfalt des Schulgartens erweitern und einen unserer Schwerpunkte „Stabilität durch Vielfalt“ ausbauen. Wie wichtig die „offene“ Gartenfläche für die Kinder bleibt, zeigte sich mit dem Beginn der Gartenarbeit in diesem Frühjahr. Mit großer Freude und Ausdauer kamen die neuen Grubber und Harken zum Einsatz. Das Vorbe-reiten der Flächen weckte bei einigen Kindern „ungeahnte Kräfte“ und ver-langte bereits Mitverantwortung für Planung und Organisation. In diesem Jahr können wir auf ein viel größeres Angebot an „schuleigenem Saatgut“ zurückgreifen, als im letzten Jahr, da wir fleißig ernteten, sammelten und „eintüteten“. Die Präsentation unserer „Ausbeute“ aus dem Vorjahr rief Erstaunen bei den Kindern hervor („Bei uns zu Hause müssen wir die Tüten immer kaufen!“) und bestätigt unser Ziel, Kreisläufe in der Natur sichtbar und erlebbar zu machen. Schwerpunkt unserer diesjährigen Arbeit wird auch ein „Bienenpflanzen-beet“ sein, da wir im Mai das Thema Bienen in einer dritten Klasse vertiefen wollen und auch auf lange Sicht Nisthilfen und Rückzugsräume für Insekten und andere Tiere schaffen möchten. NEU Durch den Einstieg in das Projekt Aktion Klima! bei BildungsCent e.V. hat eine weitere Vernetzung stattgefunden, die Anregungen geben kann. Diese Möglichkeit wurde bereits für das Thema Ernährung genutzt.
Hindernisse, RisikenDie knappen Stundenzuweisungen, ganz besonders in Vertretungssituationen, bremsen unseren Elan regelmäßig aus. So fehlte die Zeit, unser Vorhaben von 2012 umzusetzen. Wir verlieren das Ziel aber nicht aus den Augen und haben an anderern Stellen kooperativ gearbeeitet.
Ideen zur AusweitungVorhaben 2012 Während der Teilnahme an der Weiterbildungsveranstaltung "Das Leben gestalten lernen: BNE in der Grundschule" wurde deutlich, dass wir mit dem Thema ERNÄHRUNG zusammen mit einer anderen Grundschule - weiter machen wollen.
Schuladresse Grundschule Mollhagen

Eichedeerstr. 16
22964 Steinburg
Landkreis: Stormarn

Telefon: 04534-421
E-Mail: gs-mollhagen.steinburg@schule.landsh.de

» mehr Infos