Challenges - Herausforderung, Bewährung, Erprobung, Orientierung

an der Schule: Friedrich-Junge Gemeinschaftsschule

In Jahrgang 8 nehmen alle Schülerinnen und Schüler an einer 10 – 12tägigen Herausforderung (challenge) teil. 2013 werden folgende Challenges angeboten: Alpenüberquerung; Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof; Triathlon; Wanderritt zur Ostsee; Auf den Spuren der deutschen Geschichte wandeln (Mauerweg); Anderen Menschen helfen – das gefällt. Die Schüler haben sich für die Teilnahme beworben und planen die Details ihrer Unternehmung zusammen mit den Lehrkräften, die das Projekt leiten und den Lehramtsstudierenden der Uni Kiel, mit der wir kooperieren. Zehn Tage lang, vom 28. August 2013 bis zum 6. September 2013 werden die Schülerinnen und Schüler nicht die Schulbank drücken, sondern sich ihren Herausforderungen stellen. (Die Alpenüberquerung dauert zwölf Tage.) Der ganzheitliche Ansatz für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen macht eine Zuordnung zu einem Themenbereich schwierig; es sind Aspekte der Sucht- und Gewaltprävention ebenso enthalten wie Partizipation, Gestaltung von Lebensräumen und Gesundheit.

ProjektinfosVorlauf Anfang 2012 setzt sich die Steuerungsgruppe der Schule, ein Gremium bestehend aus Lehrkräften, Schülern und Eltern, erstmals mit der Idee der Herausforderung auseinander. Folgende Bedingungen werden für das Gelingen genannt: 1. Eine Mehrheit im Kollegium findet die Idee gut. 2. Es finden sich jedes Jahr genügend Lehrkräfte, die eine Herausforderung anbieten (für 2013 fünf). 3. Die Schulkonferenz stimmt zu. 4. Die Eltern lassen sich darauf ein (auch die elektronische Nabelschnur zu kappen). 5. Die Herausforderungen sind sehr gut vorbereitet und organisiert. Im Mai 2012 stimmte die Lehrerkonferenz mit großer Mehrheit zu; es hatten sich bereits fünf Lehrkräfte als "Challenger" zur Verfügung gestellt. Im Juni 2012 stimmte die Schulkonferenz einer zweijährigen Erprobung zu. Damit waren die ersten drei Gelingensbedingungen im Juni 2012 erfüllt. Die erstmalige Durchführung ist für August/September 2013 geplant – ausreichend Zeit für die Einstimmung der Eltern und sorgfältige Projektvorbereitung. Vorbereitung – Durchführung - Nachbereitung In der Steuerungsgruppe laufen die Fäden der weiteren Vorbereitungen zusammen, werden geprüft und koordiniert. Gemeinsam mit dem Schulverein und dem Schulträger wird ein Finanzierungsplan entwickelt. Die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird angebahnt; das ZfL schreibt einen Zertifizierungskurs zum Thema Erlebnispädagogik aus. Die Lehramtsstudierenden erwerben ein Zertifikat, wenn sie an dem Seminar teilnehmen und sich in unserer Schule an der Planung und Durchführung einer Herausforderung beteiligen. Bei einem persönlichen Treffen mit zwei leitenden Mitarbeiterinnen des Zentrums für Lehrerbildung wurden weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit entwickelt, so führt z.B. das ZfL zusätzlich einen Workshop „Fundraising“ durch, an dem auch unsere Challenger teilnehmen dürfen, und die Übergabe der Zertifikate an die Studierenden im Rahmen unserer Präsentation der Challenges. 2013 werden sechs Challenges angeboten, die Herausforderungen in sehr vielfältiger und unterschiedlicher Form beinhalten: Alpenüberquerung; Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof (im Allgäu); Triathlon; Wanderritt zur Ostsee; Auf den Spuren der deutschen Geschichte wandeln(Berliner Mauerweg); Anderen helfen – das gefällt. Ende Januar 2013 erhalten alle Siebtklässler und ihre Eltern diese Challenges und Informationen zum weiteren Verfahren in schriftlicher Form. Ein Eltern- und Schülerabend für den Jahrgang 7, zu dem auch die Elternvertreter des Jahrgang 6 und die Presse geladen waren, bietet zusätzlich Gelegenheit, die Lehrkräfte und Studierenden kennenzulernen, sich die Challenges noch einmal aus erster Hand vorstellen zu lassen und Fragen zu stellen. Die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler beginnt mit Beginn des 2. Schulhalbjahrs der 7. Klasse. Sie bewerben sich schriftlich und formvollendet bei einer Auswahlkommission um die Teilnahme an ihrer bevorzugten Challenge und müssen dabei von sich und ihren Motiven überzeugen. Anschließend planen und organisieren sie zusammen mit ihren Lehrkräften die Details ihrer Herausforderung. Dafür stehen zwei Wochenstunden zusätzlich zum Fachunterricht im Stundenplan. Es gehört ausdrücklich zu den Vorbereitungsaufgaben der Schülerinnen und Schüler, die Finanzierung ihrer Unternehmung sicherzustellen. Ein Spendenbarometer im Schaukasten der Challenges zeigt den aktuellen Stand an. Bei der Durchführung schließlich müssen sich alle bewähren: • auf häusliche Bequemlichkeiten, auf Handys und elektronische Medien verzichten, • fürs Einkaufen, Kochen, Geschirrspülen verantwortlich sein, • mit einem Minimum an Kleidung auskommen, • körperlich und mental an die Grenzen gehen, • Frustrationen aushalten (Trennung von zu Hause, schlechtes Wetter, Anstrengung…) • u.v.a.m. Ein schul- und presseöffentlicher Abschlussabend der Challenges 2013 am 1. Oktober gibt den Gruppen die Gelegenheit, ihre Challenge zu präsentieren und von ihren Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird eine Vertreterin der Universität den Studierenden ihr Zertifikat überreichen. Interessierte Schulen sind herzlich eingeladen, sich persönlich ein Bild zu machen. Kooperation – Vernetzung – Partizipation Lehrkräfte, Schüler und Eltern entwickelten die Idee der Herausforderungen gemeinsam bis zur Planungsreife. Die Ergebnisse der Beratungen der Steuerungsgruppe wurden aus erster Hand in die SV, den Schulelternbeirat und die Lehrerkonferenz getragen. Rückmeldungen aus den jeweiligen Gremien fanden wiederum Eingang in die weitere Planung. Der Schulverein übernahm gern die finanzielle Beratung und Abwicklung. Insgesamt war die Resonanz der Schulgemeinschaft auf das Gesamtprojekt ausgesprochen positiv. Unsere Anfrage an das Zentrum für Lehrerbildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe, wurde begeistert aufgenommen und in die Tat umgesetzt, so dass unser Problem, für einige Challenges eine zweite kompetente Begleitperson zu finden, gelöst war. Fünf Studierende nehmen teil; beim ersten Treffen der Gruppen im März waren alle dabei und konnten zusammen mit den Lehrkräften den Auftakt der gemeinsamen Vorbereitung gestalten. Auch in den folgenden Monaten werden sie an den Vorbereitungen teilhaben. Den Studierenden vermittelt das Projekt „Challenges“ die Komplexität des Bildungs- und Erziehungsauftrags, den Beitrag von Schule zur Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden, die Wirksamkeit erlebnispädagogischer Elemente im Bildungs- und Erziehungsprozess, und nicht zuletzt bringt es die Studierenden mit Lehrerinnen und Lehrern in Kontakt, die durch ihr herausragendes Engagement geeignete Vorbilder für die nachwachsende Lehrergeneration darstellen. Die einzelnen Challenges kooperieren mit unterschiedlichen Partnern: „Anderen helfen-das gefällt“ arbeitet mit dem Ehrenamtsforum in Ahrensburg zusammen, um geeignete Stellen für das soziale Engagement der Jugendlichen zu finden. „Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof“ wird vom Kreisbauernverband im Allgäu unterstützt, mit dessen Hilfe Bauernfamilien gewonnen werden, zwei Jugendliche aufzunehmen und in ihr Alltagsleben zu integrieren. „Alpenüberquerung“ findet Unterstützung vom Alpenwanderverein und „Triathlon“ durch Kreis- und Landessportverband. Die Partizipation der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an der Ausgestaltung und Organisation ihrer Herausforderung und damit die Übernahme von Verantwortung für das Gelingen ist das entscheidende Merkmal des Gesamtprojektes. Handlungsorientiertes und fächerverbindendes Lernen Die Challenges bieten vielfältige Möglichkeiten für handlungsorientiertes und fächerverbindendes Lernen, hierzu im folgenden einige Beispiele: Das Thema Bewerbungsschreiben wird im Deutschunterricht behandelt. Wie im späteren Berufsleben entscheiden Inhalt und Form über den Erfolg der Bewerbung. Schülerinnen und Schüler können sich diese Bewerbungserfahrung für die Berufspraktika in den Jahrgängen 8 und 9 nutzbar machen. Korrespondenz mit allen möglichen Adressaten wird ebenfalls im Deutschunterricht behandelt und findet zahlreiche Anwendungen in der Planungs- und Organisationsphase. „Der Berliner Mauerweg“ hat einen geschichtlichen Schwerpunkt; Schülerinnen und Schüler bilden sich zu Experten zu bestimmten Ereignissen der innerdeutschen Geschichte und präsentieren der Gruppe ihr Wissen am Ort des Geschehens. Gleichzeitig fordert die Challenge durch lange Wanderungen körperlich heraus. „Alpenüberquerung“ „Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof“ und „Wanderritt zur Ostsee“ enthalten geographische Aspekte, Fragen der Mobilität, ermöglichen Einblicke in andere Lebenswelten und Bedürfnisse von Mensch und Tier, werfen Fragen zu Herkunft und Vertrieb von Lebensmitteln auf u.v.a.m. Diese Themenbereiche sind u.a. im Wahlpflichtunterricht Verbraucherbildung, in Wirtschaft/Politik oder in Philosophie enthalten. „Triathlon“ fordert von der Schülerinnen und Schülern als erstes eine realistische Selbsteinschätzung, bevor ein individueller Trainingsplan entwickelt werden kann, der die eigenen Grenzen kennt und erweitert, aber nicht überfordert. Physiologische und psychologische Erkenntnisse sowie die Themen gesunde Ernährung und gesunde Lebensführung machen die Komplexität dieser Herausforderung aus. Nachhaltigkeit Das Projekt hat eine Erprobungsphase von zwei Jahren. Bei positiver Evaluation soll es fest implementiert werden. Die Aufnahme in das Schulprogramm, das im Übrigen auf unserer homepage veröffentlicht ist, ist für das kommende Schuljahr vorgesehen, Die Organisationsstrukturen, die Informationswege sowie die Kooperation mit der Universität und anderen Partnern sind bereits auf Nachhaltigkeit angelegt.
Startdatum01.08.2012
Themenkreise Mitbestimmen - Mitgestalten , Allgemein, übergreifend
ZielsetzungDie Challenges (Herausforderungen) ermöglichen Erfahrungen, die weit über das hinausgehen, was im Unterricht möglich ist. Die eigenen Grenzen ausloten, Erfahrungen sammeln, Bewährungsproben bestehen, Krisen meistern, auf bequeme Routinen und elektronische Medien verzichten, als Team zusammenwachsen. Lehrkräfte und Lehramtsstudierende der Universität Kiel sind mit von der Partie; auch sie stellen sich den Herausforderungen. Wer eine solche Herausforderung besteht, kann stolz auf sich sein. Er wird mit gestärktem Selbstbewusstsein und einem anderen Blick auf Schule, Klassengemeinschaft und Alltag zurückkommen. Dmit sind die Herausforderungen ein bedeutsamer Beitrag zur persönlichen und beruflichen Lebensorientierung des Einzelnen.
FinanzierungMischfinanzierung: Eigenanteil der Schülerinnen und Schüler, Haushaltsmittel des Schulträgers, Mittel des Schulvereins sowie Geld, das durch fundraising-Aktivitäten der Gruppen gesammelt wird. Letzteres ist ausdrücklich Teil der Herausforderung.
ErfolgeAllen Schülerinnen und Schülern konnte die Auswahlkommission einen ihrer Wünsche erfüllen. Erst nach der ersten Durchführung und Auswertung werden wir Erfolge beurteilen können. Allerdings lassen die Bewerbungsschreiben der Schülerinnen und Schüler erkennen, dass wir mit dem Projekt ein starkes Bedürfnis erkannt haben.
Hindernisse, RisikenStolpersteine Ausreichende Zahl motivierter Lehrkräfte finden (viel Engagement, viel Einsatz von Freizeit). Die Vorbereitungszeit im 2. Halbjahr der 7. Klasse sollte im Stundenplan fest verankert sein. Dadurch wird die Teilnahme verbindlich. Lehrkräfte können bei Bedarf diese Stunden bündeln (z.B. für Probewanderungen oder Reitstunden) und anders terminieren. Für die Lehrkräfte ist dadurch zumindest ein Teil der Vorbereitungsarbeit im Lehrauftrag enthalten. Einige wenige Eltern im Jahrgang 7 entwickelten Widerstände, als die Challenges bekannt wurden. Es ist anzuraten, Projektideen sehr rechtzeitig mit den Eltern im Jahrgang zu kommunizieren.
Schuladresse Friedrich-Junge Gemeinschaftsschule

Sieker Landstr. 203
22927 Großhansdorf
Landkreis: Stormarn

Telefon: 04102 - 995343 - 0
E-Mail: fjs@schule.landsh.de

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