Draußenschule

an der Schule: Carl-Orff-Schule, Bargteheide

Seit dem Schuljahr 2009/2010 verlegen unsere Klassen der Jahrgangsstufen 2 und 3 immer an einem festen Wochentag für zwei Stunden ihren Unterricht nach draußen. Als Lernorte dienen der schuleigene Wald, ein naher Teich, sowie ein fußläufig erreichbarer Wald am Stadtrand. Pädagogisch begleitet werden die Klassen durch die Naturpädagogen von LANDSCHAFTSABENTEUER, welche das Bildungsangebot der „Draußenschule“ für Grundschulen entworfen und in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft kontinuierlich weiterentwickelt haben.

ProjektinfosHervorzuheben ist das klare Konzept der „Draußenschule“, das Unterricht konsequent nach draußen verlegt. Erst dadurch wird eine Umwelterziehung möglich, welche die Kinder auf allen Ebenen anspricht. Indem die Kinder eigene Waldnamen bekommen, sich einen Patenbaum aussuchen dürfen oder ein eigenes Naturtagebuch führen, werden sie von Anfang an emotional eingebunden. So entwickeln die Schüler große Freude, die Erlebnisse in der "Draußenschule" zu erzählen und aufzuschreiben. Das regelmäßige Aufsuchen außerschulischer Lernorte – zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter - stellt für die Schüler auch auf sozialer und motorischer Ebene eine wertvolle Herausforderung dar. Die einzelnen Unterrichtseinheiten der "Draußenschule" werden stark handlungsorientiert gestaltet. In jeder Doppelstunde gibt es Phasen, in denen die Schülerinnen und Schüler Dinge anfassen, ausprobieren oder bauen dürfen. Experimentieren, antizipieren, beobachten, beschreiben und erklären fördern dabei wichtige Schlüsselqualifikationen, die auch im aktuellen Lehrplan genannt sind. Auch Aufgaben, die das Lernen mit allen Sinnen unterstützen, beispielsweise den Geräuschen der Natur mit geschlossenen Augen zu lauschen, sprechen die Kinder an. Der Unterricht draußen ist ritualisiert, was den Kindern Sicherheit gibt. Soziales Lernen wird in jeder Unterrichtseinheit gefördert. Kreisgespräche, Partnerarbeit und Gruppenarbeit sind fester Bestandteil der "Draußenschule". Die Lerngänge nach draußen sind zudem abwechslungsreich gestaltet; unterschiedliche Aufgaben, Sozialformen und spielerische Elemente kommen dem Taten- und Bewegungsdrang der Kinder entgegen. Von hohem Wert ist die Kontinuität des Projektes. In jeder Schulwoche findet an einem festen Tag die "Draußenschule" statt. In der Regel geht jede der Klassen insgesamt 36 mal nach draußen. So werden die Schüler mit allen Witterungen der vier Jahreszeiten unmittelbar konfrontiert. Dadurch erhalten sie direkte Naturerfahrungen und erleben ihr eigenes Eingebundensein in unterschiedlichste Naturphänomene. Die induktive Lernmethode ermöglicht ein Anknüpfen an individuelle Erfahrungen der Schüler. Ausgehend hiervon erarbeiten sie in Begleitung der Lehrkraft nachfolgende Gesetzmäßigkeiten, die meist in die gemeinsam mit den Schülern angestellte Planung praktischer Tätigkeiten münden.
Startdatum29.10.2009
Enddatum31.01.2015
Themenkreise Lebensräume gestalten
ZielsetzungKern des Konzeptes "Draußenschule" ist es, Schüler an ihre natürliche Umwelt heranzuführen, in dem Inhalte des Lehrplanes nach draußen verlagert werden. Die Lehrpläne benennen für viele Fächer auch solche Lerninhalte, die sich entweder explizit auf die natürliche Umgebung beziehen, oder sich hervorragend in dieser behandeln lassen. Der stark handlungsorientierte Ansatz fördert bei den Schülern die intrinsische Motivation, sich mit den Lernthemen intensiv auseinanderzusetzen. Eine weitere Komponente ist die Förderung der Motorik durch eine ungewohnte und sich verändernde Raumstruktur unter freiem Himmel. Nicht zuletzt erhoffen wir uns mit dem Konzept "Draußenschule", die Schüler dazu zu befähigen, einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zu entwickeln. Ziel ist auch das Sammeln von vielfältigen Erfahrungen mit allen Möglichkeiten der Methodenvielfalt und Kreativität im Lebensraum Wald/Teich im Klassenverband der Stufen 2 und 3. Bei allen Kindern soll im Laufe des Projekts durch das Aufsuchen des außerschulischen Lernortes und der damit verbundenen Arbeit eine verbesserte Selbstkompetenz, Lernfähigkeit, Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit erreicht werden.
FinanzierungDie Kosten für den begleitenden Umweltpädagogen und für Materialien belaufen sich pro Jahr auf 8000 €. Das Geld wird aufgebracht durch Eltern und Verwandte im Rahmen eines Sponsorenlaufes, die Gladigau-Stiftung in Bad Oldesloe, die Buhck-Umweltstiftung Wentorf, den Lions Club in Bargteheide sowie durch die Zukunftsschule.
ErfolgeViele der im Lehrplan angestrebten Kompetenzen können durch die Teilnahme am Projekt "Draußenschule" weiterentwickelt werden. Die "Draußenschule" ist somit als Teil der Grundbildung zu nennen, die im gleichen Sinne als handlungsorientiert, lebensweltgebunden und erkenntnisgeleitet benannt wird. Im Laufe des Draußenschul-Jahres lässt sich eine Veränderung des Sozialverhaltens bei den Schülern feststellen. Es findet ein respektvollerer und achtsamerer Umgang mit dem Gegenüber statt. Dies bezieht sich auch deutlich nicht nur auf die Mitschüler, sondern auch auf Tiere und Pflanzen. Mittels des o.g. emotionalen Eingebundenseins werden Berührungsängste abgebaut bezüglich einiger Tierarten, die noch beim ersten Kontakt eklig oder furchterregend erschienen. Dies führt zu einem tieferen Naturverständnis, einem direkten Bezug zur Umwelt. Die Folge davon kann der Wunsch nach „Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen“ sein, was als eines der Kernprobleme der heutigen Gesellschaft im Lehrplan für die Primarstufe benannt wird. Aus dem Wunsch nach Erhalt und Schutz der Natur heraus ergeben sich im Rahmen der „Draußenschule“ vielfältige Handlungsoptionen der konkreten Umsetzung, sei es der Bau von Nisthilfen oder die Anlage eines Blumenbeetes.
Hindernisse, RisikenWichtig ist eine vorausschauende und transparente Elternarbeit. Es kann im Einzelfall vorkommen, dass Eltern bei besonders ungünstiger Witterung Bedenken äußern. Eine nicht zu unterschätzende Hürde, die jedes Jahr aufs neue genommen werden muss, ist die rechtzeitige Akquise von Finanzmitteln, um allen drei Klassen einer Stufe die Teilnahme an dem Projekt für ein Jahr zu ermöglichen. Der Großteil der Kosten muss dabei für die Honorare der Naturpädagogen aufgewendet werden. Ein Teil dieser Mittel kann durch die aktive Mitarbeit der Eltern erwirtschaftet werden, beispielsweise in- dem diese bei Schulveranstaltungen den Kuchenverkauf übernehmen. Eine weitere Schwierigkeit könnte in den zunehmend enger werdenden Stundenplänen auch schon in der Grundschule auftauchen. Oft ist es selbst Klassenlehrern durch gestiegene Anforderungen nicht mehr möglich, den Wochenplan innerhalb ihrer Stunden frei zu gestalten. Und ein (weiteres) an einem festen Wochentag stattfindendes Projekt lässt sich dann nicht immer einfach in den Stundenplan integrieren.
Ideen zur AusweitungEine Möglichkeit der Ausweitung könnte darin bestehen, weitere außerschulische Lernorte regelmäßiger mit in die „Draußenschule“ einzubeziehen. Erste Anfänge wurden mit dem Besuch im örtlichen Heimatmuseum und im Rathaus gemacht. Dort brachten die Kinder selbst im Bürgerbüro ihre Anliegen vor. Gute wäre es in dieser Richtung weiterzudenken, und auch ganz gezielt den Kontakt zu ansässigen Unternehmen als mögliche Lernorte zu suchen. Im Weiteren wird eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität angestrebt, zur fundierten Auswertung und Dokumentation der Erfolge.
Schuladresse Carl-Orff-Schule, Bargteheide

Segeberger Straße 1
22941 Bargteheide
Landkreis: Stormarn

Telefon: 04532-8441
E-Mail: Carl-Orff-Schule.Bargteheide@schule.landsh.de

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