Service-Learning
Grundlagen:
- Im Service-Learning leisten SchülerInnen in Projekten einen Dienst am Gemeinwohl (engl.: service), erarbeiten dabei gleichzeitig Lerninhalte und erlangen verschiedene Kompetenzen (engl.: learning).
- Im Service-Learning lernen SchülerInnen durch ihre aktive Bearbeitung tatsächlich vorhandener Aufgaben und der Lösung von Problemen in ihrer Gemeinde.
- SuS erhalten die Möglichkeit, in der Schule erlerntes Wissen und Kompetenzen in authentischen Problemkontexten anzuwenden.
- Dadurch entstehen soziale Bindungen und Kommunikation in der Gemeinde. Das zivilgesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein wird gestärkt, demokratische Haltungen entwickelt.
Die wichtigsten Elemente des Service-Learning sind: Erfahrungslernen, Projektarbeit, Kooperation zwischen Schule und Gemeinde, gesellschaftliches Konzept der „kreativen Demokratie“.
Wirkungen:
- Die Persönlichkeitsentwicklung von SuS wird positiv beeinflusst.Der Klassenunterricht wird verbessert.
- Die Zusammenarbeit von Schule und Gemeinde wird verbessert
- Die zivilgesellschaftlichen und demokratischen Ziele von Bildung werden neu definiert und ihre Ziele verwirklicht.
Merkmale:
- Im Projekt wird ein echtes Problem im Stadtviertel oder Ort gelöst.Innerhalb des Projekts setzen sich die SuS inhaltlich mit einem Themenfeld ihres schulischen Curriculums auseinander.
- Die SuS arbeiten eng mit Partnern aus der Gemeinde zusammen.
- Im Laufe des Projekts wird über das Projekt und über das eigene Lernen darin reflektiert. Der Lernprozess wird bewusst gemacht und es werden Möglichkeiten zur Korrektur geboten.Die SuS können systematisch bestimmtes Wissen erwerben sowie praktische Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln und ausbauen.
Phasen:
- Projektdefinition: Die Projektidee wird definiert und der Handlungsrahmen festgelegt (Beteiligte, Zeitrahmen, welches Problem soll das Projekt lösen? Für welche Zielgruppe ist das Projekt bestimmt?). Gemeindedetektive
- Planungsphase: Die Ziele werden genau bestimmt, ein Zeit- und Ablaufplan erstellt, Aufgaben verteilt (wer was bis wann), der Lernprozess vorbereitet. eigene Ressourcen
- Durchführungsphase: Umsetzung des Projekts mit Zwischenreflektionen und ggf. Korrektur von Zeitplan und Zielen.
- Abschlussphase: Die Projektziele sind erreicht und werden präsentiert.
- Auswertungsphase: Die Arbeit im Projekt wird reflektiert, Lernfortschritte festgehalten, neue Lernziele formuliert.
Beispiele:
- SuS einer 9. Klasse bauen ein Mentorenprogramm für Migrantenkinder auf.
- SuS einer 7. Klasse bauen einen Mathematiklehrpfad durch ihre Gemeinde.
- SuS entwickeln ein mobiles Mitmach-Museum für naturwissenschaftliche Experimente, mit dem sie in Grundschulen der Umgebung und im Kinderkrankenhaus auf Tournee gehen.
- SuS bieten Internet- und Handy-Kurse für SeniorInnen an.
- SuS untersuchen den Algenbefall im See des Stadtzoos und machen der Stadt konkrete Vorschläge zur Lösung des ökologischen Problems.
- Oberstufenschüler betreiben eine Schülernothilfe-Webseite im Internet und beraten dort anonym andere Schüler, die persönliche Probleme haben.
Literaturtipps:
- Anne Sliwka, Susanne Frank: Service Learning. Verantwortung lernen in Schule und Gemeinde. Mit Kopiervorlagen. Beltz Verlag 2004
- Anne Sliwka, Christian Petry, Peter E. Kalb (Hrsg.): Durch Verantwortung lernen. Service Learning: Etwas für andere tun. Beltz Verlag 2004

Prof. Dr. Mojib Latif
Klimaforscher am IFM-GEOMAR
Um die Erde auch für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten, ist nachhaltiges Handeln von Nöten. Insbesondere die Vernetzung verschiedener Wissensbereiche ist eine Grundvoraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen. Die Initiatve "Zukunftsschule.SH" ist ein geeigneter Einstieg in diese Richtung. Ich unterstütze diese Aktivität daher ausdrücklich und wünsche mir jeden nur erdenklichen Erfolg für "Zukunftsschule.SH".


