Streuobstwiese

an der Schule: Grund- und Gemeinschaftsschule der Gemeinde Mildstedt in Mildstedt

Projektinfos

Pflegemaßnahmen zur Steigerung der Biodiversität einer Streuobstwiese

 

Keine Streuostwiese gleicht der anderen.

Klima, Bodenbeschaffenheit, Artenzusammensetzung, Nutzung und Pflege beeinflussen den Unterwuchs entscheidend. Die Vielfalt ist deshalb sehr groß und ermöglicht eine hohe Varianz an angepassten Lebensformen. Hier leben Tiere, die anderswo bereits längst ausgestorben sind.

Die Bedeutung der Streuobstwiese für den Artenschutz ist eine relativ junge Erkenntnis. Vor etwa 30 Jahren fing man an, die Wirbeltierfauna – besonders die Vögel—und die Klasse der der Insekten auf Streuobstwiesen zu untersuchen.

Erst im Laufe der Untersuchung wurde deutlich, welch große Artenvielfalt in diesem Lebensraum lebt. Bis zu 3000 Tierarten kommen hier vor.

Durch die Kombination von Ober- und Unternutzung und durch den Wechsel zwischen Licht und Schatten findet man hier sowohl Arten des Waldes—besonders des Waldsaumes—und der offenen Landschaft.

Mittlerweile weiß man, dass Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen gehören, die es in Mitteleuropa noch gibt.

Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein durch Menschenhand geprägter Lebensraum im Doppelpack: Das Gehölz und die Wiese.

Die Nutzungsformen der Wiese erfolgen sehr unterschiedlich und prägen die Form bestimmter Pflanzengesellschaften.

Auf unserer Streuobstwiese finden wir folgende Bodenformation vor.

Nach einer etwa 30 cm dicken sandigen Humusschicht folgt der lehmig-steinige Unterboden einer typischen Endmoräne. Welch ein optimaler Standort für hochstämmige Obstbäume. Die starken Wurzeln der Sämlingsunterlage fördern aus tieferen Schichten ausreichend Wasser und Nährsalze in die oberen Stockwerke des Baumes. Kein Baum ist auf Zusatzdüngung angewiesen.

Diese Gegebenheit möchten wir nutzen. Denn besonders blumenreich sind magere Wiesen, die nicht gedüngt werden. Hier gedeihen zahlreiche Wiesenblumen wie Glockenblume (Campanula persicifolia), Margeriten (Leucanthemum vulgare), Skabiosen (Scabiosa lucida), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Gemeines Kreuzblümchen (Polygala vulgaris), Mannsknabenkraut (Orchis mascula), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Heidenelke (Dianthus deltoides). Zahlreiche Insekten werden durch die Blütenpracht angelockt und Nahrungsnetze bauen sich auf, so dass eine Vielfalt in Flora und Fauna entsteht.

Leider sind wir von diesem Ziel weit entfernt!

Bisher erfolgte die Mahd durch die Gemeinde, das Zusammenharken und abtransportieren durch den Förderverein Streuobstwiese in Kooperation mit der Schule Mildstedt. Die Gemeinde besitzt nur einen Schläger- Häcksler, der durch die Arbeitsweise besonders die Kleintiere vernichtet. Außerdem ist das klein geschlagene Gras sehr schwer zusammenzuraffen. Das tonnenschwere Arbeitsgerät verursacht einen erheblichen Bodendruck. Einige Bäume wurden ohne unmittelbare Berührung zur Seite gedrückt.

Alle bisherigen Anstrengungen führten zu keiner Abmagerung der Wiese, wie das untere Bild beweist.

Unsere 1,5 ha große Streuobstwiese nach drei Jahren.

Nitrophile Pflanzen (Stickstoffanzeiger) wie Löwenzahn, Wiesenampfer,

Große Brennnessel, Disteln verdrängen andere Pflanzen und lassen keine

Vielfalt an Blütenpflanzen entstehen.

Einen dritten Schnitt im Jahr gelingt uns mit den Gerätschaften nur selten.

Die Äpfel fallen zwar unbeschadet auf den weichen Boden, aber fürs

Sammeln brauchen wir erheblich mehr Zeit

 

 

 

Durch das schwere Mähgerät der Gemeinde entstehen erhebliche Bodendrücke, so dass ohne direktes Berühren die Bäume zur Seite gedrückt werden.

Das Aufrichten ist meist nicht mehr möglich, ohne weitere Wurzeln zu schädigen.

 

 

Das kurz geschlagene Gras wird schnell zu Heu. Es lässt sich schwer

zusammenraffen

Das große Mähgerät kann die Baumscheiben nicht frei schneiden.

Das Arbeiten mit der Sense ist gefordert. Wir erhalten Hilfe von

erfahrenen Landwirten, die diese alte Kulturtechnik unseren Schülern

vermitteln können

 

 

 

 

 

 

Förderverein Streuobstwiese Mildstedt e.V.

C/o Klaus Jeutter, Mildstedthof 29, 25866 Mildstedt

klaus.jeutter@kabelmail.de

04841-72959

 

                  

Eine wunderbare und beispielhafte Kooperation zwischen der Schule und dem Förderverein Streuobstwiese. Schüler lernen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und erhalten dadurch absolut neue Erfahrungen. Besser kann man nicht BNE (er-) leben!

 

 

                

                

Diesen Kreiselmäher möchten wir gerne anschaffen.

Die beiden Messertrommeln legen das Mähgut auf „Schwad“, wodurch es sich relativ einfach mit der Holzharke zusammenraffen lässt.

Die Größe und die Wendigkeit dieses Gerätes sind genau auf unsere Bedürfnisse zu geschnitten.

Der robuste Hondamotor verspricht eine lange Lebensdauer und alle anderen Aggregate sind fast wartungsfrei. Die Bedienung ist einfach.

Nur mit diesem Gerät schaffen wir es, in den ersten 3 Jahren eine dreimalige Mahd im Jahr durchzuführen. Der Abtrag des Mähgutes führt zur Abmagerung der Wiese. Die Vielfalt an blühenden Kräutern nimmt ohne unser direktes Zutun stetig zu. Vorausgesetzt, dass bestimmte Regeln beachtet werden:

vDie Mahd ist nur partiell durchzuführen, damit die Tiere Rückzugsgebiete behalten

vIn den ersten Jahren sind drei Schnitte im Mai, Juni und August erforderlich

vDanach zwei Schnitte im Jahr, wobei der erste nicht vor Johanni erfolgen sollte, damit es zu einer Samenbildung der Pflanzen kommen kann

vNach fünf bis sieben Jahren können sich die Maßnahmen auf eine Mahd beschränken

vPartielles Aussähen wie zum Beispiel auf Mauwurfshügeln fördert die Entwicklung der Artenvielfalt

 

Auch soll das Mähgerät bei der „Umweltinitiative – Hattstedt – Umland“ UHU zum Einsatz kommen. Wir pflegen durch eine gezielte Mahd eine entstehende 1,2 ha große Heidefläche und eine 0,4 ha große Orchideenwiese (Dactylorhiza maculata) mit einer Hochstaudenflur. Alle Flächen wurden vor etwa 11 Jahren im Rahmen des Artenschutzprogramms (Umweltministerium S.- H.) renaturiert.

Die Ergebnisse des Programms sind beeindruckend, jedoch müssen einige Teilflächen gemäht werden, da eine Verholzung stattfindet. Das Mähgerät ist auch für diese Arbeiten bestens geeignet.

 

Streuobstwiese als Obstlieferant Die verwendeten Früchte ernten wir aus Streu-Obstwiesen, die nach ökologischen Prinzipien bewirtschaftet werden. Den überwiegenden Teil der Ernte beziehen wir aus unserer schuleigenen Streuobstwiese, die vor 15 Jahren angelegt wurde. Hier wachsen über 100 Apfelbäume und mehr als 40 Birnenbäume. Viele Bäume sind Lokalsorten oder Sorten, die nicht den heutigen EU- Richtlinien entsprechen. Sie zu erhalten bzw. deren Gene für nächste Generationen zu bewahren ist für uns ein wichtiges Ziel. Auch die Erhaltung des Lebensraumes Streuobstwiese ist gleichrangig zu bewerten. Viele seltene Tiere und geschützte Pflanzen leben nur hier und bleiben somit erhalten. Dafür muss auch viel Handarbeit geleistet werden. Die Kooperation zwischen dem „Förderverein Streuobstwiese“ und der Schule ist beispielhaft. Beide entwickeln ihre Fähigkeiten in der Mahd der Wiese, bei der Pflückernte und beim Baumschnitt. In vielen Früchten spiegelt sich die raue Witterung unserer Region wider. Die Schale ist oft gepunktet und uneben, aber das Fruchtfleisch ist saftig und besitzt einen besonders würzigen Geschmack mit angenehmer Süße. Diese Eigenschaften finden sich auch in unserem Saft wieder. Nicht alle Obstbäume tragen in jedem Jahr gleich viele Früchte. Deshalb ist die Mischung der Sorten unterschiedlich. Das führt auch zu kleineren Veränderungen des Saftgeschmacks. Reine „Sortensäfte“ wären durchaus denkbar und ebenso geplante Mischsäfte. Zuvor müssen wir aber mehr allgemeine Erfahrungen in unserer Hausmosterei sammeln. In unserer Firma legen wir besonderen Wert auf die Hygiene. Während der Arbeit tragen die Schüler Schutzkleidung, Kopfbedeckung und Handschuhe. Eine gründliche Einweisung in den Umgang mit Lebensmitteln erhoffen wir uns durch das Veterinäramt.

Wo ist das Prinzip der Nachhaltigkeit deutlich erkennbar?

 

1.    Erhaltung eines Lebensraumes im Doppelpack (Wiese+ Baum-schicht) für seltene Tiere und Pflanzen

2.    Genenpool—Sicherung lokaler Obstsorten

3.    Streuobstwiesen als Hauptlieferant, Vielfältigkeit im Saft

4.    Alte in Vergessenheit geratene Kulturtechniken

5.    Schonendes Herstellungsverfahren

6.    Eigenes Wasserkreislaufsystem für die Presse

7.    Originalität/ authentisches Produkt

8.    Regionalität (kurze Wege, Energiebilanzen)

9.    Verpackung in Flaschen

10.Verpackung der Flaschen

11.Aufbau eines Mehrwegflaschensystems

12.Reinigung mit ökologisch voll abbaubaren Reinigungsmitteln

13.Die Reinigungsflüssigkeit befindet sich in einem geschlossenem System und kann mindestens für 60 Reinigungsvorgängen genutzt werden

14.Schüler erkennen, dass Ökologie die Ökonomie nicht behindert

15.Lagerstätte in Strohlehmtechnik

16.Gemeinwohl und soziales Engagement 

Themenkreise

Lebensräume gestalten

Zielsetzung

-Erhaltung alter Obstsorten -Wichtiger Lebensraum

Finanzierung

-Baumpaten -BINGO-Lotterie -Fielmann-Stiftung

Erfolge

-Unikate alter Lokalsorten' -Etablierung der Regionalsorten -Schaffung eines der artenreichsten Biotope Europas

Hindernisse, Risiken

keine

Ideen zur Ausweitung

siehe www.coxundco.de

Grund- und Gemeinschaftsschule der Gemeinde Mildstedt in Mildstedt
Kirchenweg 6b, 25866 Mildstedt
Landkreis: Nordfriesland
Telefon: 04841-66339711
E-Mail: verwaltung@schule-mildstedt.de
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